Die Behandlung des Lymphödems – komplexe physikalische Entstauungstherapie

Das Lymphödem kann entweder primär sein, also anlagebedingt oder sekundär, als Folge einer Erkrankung, Operation oder eines Unfalls. Geheilt werden kann das Lymphödem nicht. Mit der korrekten Behandlung bekommt man es aber sehr gut in den Griff. Die Behandlung ist unabhängig von der Entstehungsursache und erfolgt immer in zwei Phasen mit jeweils mehreren Therapieansätzen. Das gesamte Konzept nennt sich komplexe physikalische Entstauungstherapie (KPE).

Phase I: MLD und AIK

In der ersten Phase geht es um die Entstauung und die Volumenreduktion des Ödems. Die Entstauung wird durch manuelle Lymphdrainage (MLD)und apparative intermittierende Kompression (AIK) erreicht. Bei der manuellen Lymphdrainage handelt es sich um die sanfte Massageform ohne Kneten, welche die Aktivität der Lymphangiome anregt. Die apparative intermittierende Kompressionstherapie regt ebenfalls die Aktivität des Lymphsystems an und verschiebt die Gewebeflüssigkeit in Richtung der Lymphkapillaren.

Unmittelbar nach der manuellen oder apparativen Lymphdrainage werden die betroffenen Extremitäten mit einem gepolsterten Kompressionsverband eingebunden. Das verringerte Volumen wird dadurch erhalten. Die Lymphdrainage findet je nach Verordnung täglich bis mehrmals wöchentlich statt.

Nach einigen Wochen ist die erste Phase der komplexen physikalischen Entstuungstherapie, welche häufig in einer Lymphklinik stattfindet, abgeschlossen.

Phase II: Erhaltung

In der zweiten Phase wird die manuelle Lymphdrainage nicht mehr, oder nur noch in grossen Zeitabständen angewendet und das Bein oder der Arm täglich mit einem flachgestrickten Kompressionsstrumpf versorgt. In der zweiten Phase der KPE sind AIK-Geräte für den Privatgebrauch ideal, da sie zeitunabhängig und nach Bedarf eingesetzt werden können.

Bereits in der ersten Phase lernt der Betroffene entstauende Gymnastikübungen. Die vom Fachmann gezeigten Übungen werden dann möglichst mehrmals am Tag zu Hause durchgeführt. Auch in der zweiten Behandlungsphase, bei welcher die Verantwortung in die Hände des Patienten gegeben wird, sind die Übungen regelmässig zu wiederholen.

Während des Aufenthalts in der Lymphklinik werden Patienten ausserdem in der Hautpflege angeleitet. Durch das Lymphödem wird die Haut empfindlicher und schon bei kleinen Verletzungen ist das Infektionsrisiko gross. Es sollten keine selbstgekauften Cremes angewendet werden, sondern nur die vom Arzt empfohlenen Produkte. Es wird auch empfohlen immer Desinfektionsmittel mitzuführen um Verletzungen sofort behandeln zu können.

Die komplexe physikalische Entstauungstherapie ist recht aufwändig, aber auch sehr erfolgreich. Die Mitarbeit des Betroffenen ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Behandlung. Das gute Mitmachen wird häufig schon nach wenigen Wochen mit einem deutliche verringerten Bein- oder Armumfang und deutlich weicherem Gewebe belohnt.

Weitere Informationen zum Lymphödem unter http://sanihaus.ch/wiki/gefasse/lymphgefasse/lymphoedem/

Author: Sanitätsbedarf

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