Mental stark sein im Sport

Mit mentaler Stärke ist in der Sportpsychologie oder im Sport Mentaltraining gemeint, dass ein Sportler zum Zeitpunkt X möglichst nahe an sein momentan vorhandenes Leistungspotential herankommt. Er ist in der Lage, sich auf das Wesentliche resp. das, was im Kraft und Energie gibt, zu konzentrieren und Störfaktoren (Dinge, die ihn ablenken und an der Bestleistung hindern) auszublenden. Dies können umstrittene Schiedsrichterentscheidungen, laute Zuschauer sowie andere Geräusche, Auseinandersetzungen im Team, Provokationen des Gegners etc. sein.

Ist mentale Stärke angeboren oder kann Sport Mentaltraining von jedem Athleten erlernt werden? Natürlich gibt es – wie auch in anderen Bereichen – Personen, die etwas bessere Startbedingungen haben als andere. Viel entscheidender ist jedoch, was der Sportler aus dem, was er hat, macht. Grundsätzlich können wir davon ausgehen, dass ein grosser Teil der mentalen Fertigkeiten aus der Sportpsychologie durch Training erreicht werden kann. Denn alles, was der Mensch tut oder auch nicht, sind primär gelernte Konzepte. Das heisst, jeder Mensch ist von Natur aus sehr lernfähig, sofern er etwas wirklich verändern will und Bereitschaft zeigt, daran zu arbeiten.

Beispiel:

“Lege oder setze dich bequem hin und sobald es für dich stimmt, schliesst du deine Augen. Konzentriere dich von innen heraus auf deinen Brustkorb… Nimm deinen Atem wahr, ohne etwas dabei zu verändern… Beobachte das Heben und Senken deines Bauches…Du steigst in den Fahrstuhl ein und fährst immer tiefer und tiefer. Du bist in Stockwerk -1, -2, -3, -4, -5, -6, -7, -8, -9, -10…

Du befindest dich nun auf deiner Trainingsanlage und schaust dich um. Was kannst du alles erkennen? Was für ein Gefühl hast du? Hat es noch andere Menschen? Nimm dir jetzt ein bisschen Zeit, deine Technik zu trainieren. Ich hole dich später mit meiner Stimme wieder ab. Viel Spass…

Gut, nun ist es langsam Zeit, das Training zu beenden. Gehe an den Rand deiner Trainingsanlage und schaue aus der Distanz nochmals auf dein erlebtes Training. Vielleicht kommt dir dabei noch eine wichtige Erkenntnis in den Sinn. Sei einfach ganz offen…

Konzentriere dich wieder auf den Fahrstuhl und nimmt wahr, wie du immer höher und höher steigst. Vielleicht bist du schon in Stockwerk -7,… -4,… -2, und schon bald bist du bei 0 angekommen. Strecke nun deine Zehen und Finger und öffne langsam wieder deine Augen.”